Jedes Ende ist gleichzeitig auch ein Anfang
...und jedem Anfang liegt ein Zauber inne. So tun wir gut daran, den Beginn eines neuen Lebensabschnittes ganz bewusst anzugehen und Rituale zu finden, die das Bewusstsein dieses heiligen Überganges in unser Leben einladen und diesem symbolisch zu Ausdruck verleihen.
Was ist der Sinn von Ritualen? Inwiefern bereichern sie unser menschliches Sein?
Einerseits bewirken Rituale in uns Menschen eine Geborgenheit - im Innen wie im Außen. Wir kennen dieses Gefühl aus unserem familiären Alltag oder der eigenen Kindheit. Fast jeder Familie integriert Rituale in ihrem Zusammenleben: Sei es ein gewohnter Ablauf, bevor das Haus verlassen wird, die gemeinsame Tages Reflexion beim Abendessen oder eine Gute-Nacht-Geschichte (Lieder, Gebete, Segen) beim Zubettgehen. Rituale geben uns Halt und vermitteln Geborgenheit, daher werden gewisse Bräuche auch generationenübergreifend von unseren Vorgefahrenen weitergegeben. Ihnen wohnt aus dieser Perspektive die Qualität einer verwURzelung inne.
Andererseits gibt es auch außergewöhnliche Rituale, welche zuletzt oft religiösen Bräuchen angehörten jedoch ihre wURzeln weiter zurück in der KultUR unserer Ahnen und somit im Jahreskreis des Sonnenjahres haben. Derartige Rituale haben allen voran eine symbolische Wirkung, die vom alltäglichen Leben losgelöst ist. Dies bietet uns eine religiöse Erfahrung im wesentlichen Sinne des Wortes: Die religio bezeichnet eine Rückverbindung - zu unserem URsprung. Das Streben unserer Seele zurück zu ihrer Quelle ist im Grunde die Motivation jedes religiösen Suchens. Fündig werden wir einzig allein in unserem Herzen, dem der göttliche Funke hell und klar innewohnt. Entscheiden wir uns seinem Pfad zu folgen, gilt es, sich der eigenen Seelensprache zu erinnern, die im Wesentlichen symbolischer natUr ist und damit auch der Schlüssel zum Unterbewusstsein.
Wie die natUR selbst, so unterläuft auch der Mensch in seinem irdischen Dasein verschiedenen Lebensphasen und immer wieder kommt ein neuer Frühling (Neubeginn). Nehmen wir die Übergange solcher Phasen bewusst wahr, liegt ein wunderbares Potential darin: Bewusste Manifestation. Wer bin ich, in dieser Phase meines Lebens? Wo stehe ich? Wohin gehe ich? Folge ich dem Pfad meiner Seele oder habe ich mich in weltlichen Verpflichtungen allzu sehr verstrickt? Speziell die Energie eines Übergangs lädt uns ein, Innezuhalten und uns gegebenenfalls auch mal neu auszurichten.
Wann finden solche Übergange statt?
Schon die antiken Philosophen (Sokrates und Platon) ergründeten die Zeitqualitäten der Lebensjahrsiebte und auch im modernen Alltag können wir solche markanten Lebensphasen erkennen. Mit sieben Jahren erreichen unsere Kinder für gewöhnlich das Schulalter und erwachsen in eine zunehmende Selbstständigkeit. Mit vierzehn Jahren nimmt dieser Prozess zu und die Jugendlichen beginnen ganz eigene Lebenspfade zu erkunden. Spätestens mit einundzwanzig entfliegen die meisten jungen Menschen dem elterlichen Nest und wandeln auf eigenen Pfaden. Mit 28 Jahren finden häufig Familiengründungen und Hochzeiten statt - wir schlagen auf Grundlage alle bisher gesammelten Erfahrungen in diesem Alter oft einen Lebensweg ein und verwirklichen bestenfalls unsere Potentiale.